Dienstag, 24. Dezember 2013

WAS UNS ANVERTRAUT IST

Nicht die großen Erdbeben,
nicht die Gewalt der Stürme,
nicht die Schrecken der Gewitter
wurden uns in die Hand gegeben.

Nicht einmal Sommer und Winter,
Ebbe und Flut,
Tag und Nacht
liegen in unserer Macht.

Nur was klein ist und zerbrechlich,
was aufruft zur Zärtlichkeit,
Behutsamkeit und Heilung
wurde uns anvertraut:

Der Schlaf der Kinder,
die Sprachlosigkeit der Einsamen,
das Glatteis der Wagehälse,
der Zufluchtsort der Verirrten,
der Spielplatz der Liedermacher,
der Baum der Singvögel.

Was machtlos ist,
wurde uns anvertraut.
Mag sein, dass Gott,
Ewiger, Allmächtiger,
auch deswegen Kind geworden ist:
damit er sich uns anvertrauen kann.
Joop Roeland



In diesem Sinne schicke ich Allen, insbesondere allen Menschen, die Weihnachten nicht zu Hause verbringen können, meine guten Gedanken.

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